2007/12/10
Wenn die Haifische Menschen wären...
...würden sie im Meer für die kleinen Fische große Aquarien bauen lassen, mit viel Nahrung und frischem Wasser. Wenn ein Fischlein sich die Flosse verletzen würde, dann würden die Hairische ihn im Krankenhaus sofort verarzten, damit es ihnen nicht zu früh wegstürbe. Damit die Fischlein nicht traurig würden, gäbe es ab und zu große Wasserfeste; denn lustige Fischlein würden besser schmecken als traurige…
traurige Fischlein würden alles verstehen, lustige hätten nie/keine Zeit sich umzusehen und würden die hungrigen Haifische nie/nicht bemerken.
Lustige Fischlein könnten die Gefahr nicht verstehen und würden immer gnadenlos gefressen werden. Traurige würden sie zwar verstehen, doch auch sie würden gefressen werden. Schade!
So oder so, das Ende würde für alle Fischlein gleich sein, ob sie lustig oder traurig wären, die Haifische würden sie so oder so auffressen.
Das Ende würde für alle Fischlein gleich sein. Ob sie klug oder dumm sind, reich oder arm sind. Zumindest da sind alle gleich.
Und wenn sie sterben würden, dann würden sie alle zusammen in die Kirche gehen. Es gibt viele Kirchen dort. Aber Haifische und Fischleins haben je ihre eigenen Kirchen.
Obwohl das wie Diskriminierung klingt, haben sich die kleinen Fische dafür entschieden, dass der Hai-Papst auch der mächtigste Hai wäre. Sie alle würden Poseidon, den Gott der Meere anbeten. Es wurde auch gesagt, dass einmal ein Hai-Jesus kommen wird.
Denn nicht ohne Grund ist das Symbol für die christliche Religion der Fisch. Aber wenn Jesus über das Wasser laufen konnte, was wird dann der Hai-Jesus tun können?
Der Hai-Jesus könnte nicht nur über das Wasser laufen, sondern auch über die Wolken. Außerdem bräuchte er nicht immer Wasser um sich.
Aber wenn Jesus ein Hai ist, dann ist das doch Sodomie, wenn der heilige Geist ein Hai und Jesus Mutter eine Frau war.
Die Wege des Lebens sind mysteriös. Vielleicht was Jesus ein Halb-Hai… und wir alle könnten auch Halb-Haie sein, und wir wissen das noch gar nicht.
II
...würden sie im Meer für die kleinen Fische große Aquarien bauen lassen, mit viel Nahrung und frischem Wasser. Wenn ein Fischlein sich die Flosse verletzen würde, dann würden die Hairische ihn im Krankenhaus sofort verarzten, damit es ihnen nicht zu früh wegstürbe. Damit die Fischlein nicht traurig würden, gäbe es ab und zu große Wasserfeste; denn lustige Fischlein würden besser schmecken als traurige…
Die Haifische haben ein Restaurant namens „Das lustige Fischlein“ und sie brauchen die kleinen Fische, damit die anderen Haifische etwas zu essen hätten .
Wenn die Haifische aktiv wären, würde „Das lustige Fischlein“ das berühmteste Restaurant im Meer.
Aber bald würde ein Skandal ausbrechen, weil ein Journalisten-Haifisch behaupten würde, dass das Restaurant „Das lustige Fischlein“ die Fischleins mit Hormonpräparaten füttert.
Wenn die Regierung davon hörte, würde wirklich ein Chaos ausbrechen Niemand würde sich mehr sicher fühlen. Alle Fische wollten evakuiert werden, aber das is ja nicht möglich – die Aquarien sind sehr fest gebaut.
Sie brauchten einen guten Plan und deswegen hätten sie ein Kommitee einberufen.
Das Kommitee würde alles besprechen und am Ende einen guten Plan entwickeln. Die 6 Mitglieder wären 6 Tage in einem kleinen Raum eingeschlossen und müssten alle Sachen/Möglichkeiten besprechen. Aber keiner würde dem Kommitee etwas zum Essen geben und sie würden sterben.
Eine sehr blöde Situation… schade wegen der 6 Mitglieder. Aber das Leben geht auch ohne sie weiter. Doch es gab ein Problem: Man wusste nichts von ihrem Plan.
Aber man würde nicht lange trauern, denn es gibt sowieso zu viele Fischlein in dem Wasser. Man würde neue Mitglieder wählen und einen neuen Plan ausdenken lassen.
Der auch spitze funktionieren würde. Und alle würden noch fröhlicher leben als zuvor.
Sie würden immer glücklich sein. Wenn sie ein Motto für ihr Leben hätten, dann würde es so lauten: früh aufstehen, kleine Fische essen. Punkt.
III
...würden sie im Meer für die kleinen Fische große Aquarien bauen lassen, mit viel Nahrung und frischem Wasser. Wenn ein Fischlein sich die Flosse verletzen würde, dann würden die Hairische ihn im Krankenhaus sofort verarzten, damit es ihnen nicht zu früh wegstürbe. Damit die Fischlein nicht traurig würden, gäbe es ab und zu große Wasserfeste; denn lustige Fischlein würden besser schmecken als traurige…
...außerdem sähen lustige Fische schöner aus und wären auch interessanter für andere. Wenn die kleinen Fischlein Familien gründen wollten, würden die Haifische ihnen schöne große Häuser bauen und ihnen Wasserautos schenken.
Die Autos wären schön und bräuchten kein Benzin. Sie hätten dann auch Audis und BMWs wie die Menschen. Haifische hätten größere Garagen als die Fischlein.
Alle Haie wären Unternehmer oder Geschäftsleute, die kleinen Fischlein würden fast wie Sklaven für sie arbeiten. Aber das alles würde nichts an der Tatsache ändern, dass die Haie immer noch hässlich aussähen.
Mit der Zeit entstünden neue Kosmetiksalons, die sich den besonderen Problemen der Haie widmeten, so könnten zum Beispiel Haie Kunstwimpern haben oder die Haut mit Meersalz einreiben lassen.
Oh Gott, was noch? Ein Solarium?
Na klar doch! Auch die Haimenschen wollten gut aussehen, aber um ein Solarium zu haben, müssten auch Spas (Thermen) gebaut werden. Dort müssten die armen kleinen Fische schwer arbeiten.
Wer interessiert sich für die Interessen der Fischleins? Niemand. Sie mussten nur ihrem Herrscher dienen, wenn sie weiterleben wollten.
Aber etwas müsste sich ändern. Die Fischlein würden einen Aufstand organisieren, vergleichbar mit dem Sklavenaufstand von Spartakus in Rom. Aber dieser könnte auch tragisch enden.
Ein tragisches Ende wollte jedoch niemand. Spartakus in Rom wurde angerufen, aber er hatte keine Zeit, um etwas zu organisieren. Die Fische hatten keine Ahnung, wie man die Situation ändern könnte. Eines Tages aber rief Spartakus an und sagte, dass er in ein paar Stunden da sei.
Die Fische konnten ihr Glück nicht fassen. Bald wird alles in Ordnung sein. Spartakus nahm die Haifischmenschen nach Rom mit, weil er Sklaven brauchte. Die Fische waren gerettet und ein tolles Wasserfest konnte beginnen.
2007/10/09
Gedichte mit S
Unser erster Kurs hat Gedichte geschrieben. Und zwar ganz besondere Gedichte - nämlich solche, bei dessen alle Wörter mit dem Buchstaben S anfangen!
Einige zeigen wir euch hier.
Sieg.Sieg!Sieg?
Sehen sie,
sieben seltene
Seelen.
Sehen sie,
sieben schlummernde
Sinne...
Sieg schmecken sie,
stupide sabbernde,
stotternde Samariter
Sieg schmecken sie,
salutieren, stülpen
schimmernde Säcke
Tõnis Kivilaid
***
Die Zukunft
Sie sagen Sätze so
schöne, schmeichelhafte,
Sie schaffen Sachen
sagenhafte.
Schon sehen sie schäbige
Schiffe,
Separate
Siegeszüge.
Sie schimpfen Söhne
Sie schippen Sand,
Schlaflose
Schlachtfelder,
Schlimme
Seegefechte.
Triin Raadik
***
Die Zukunft
Sonnenscheiben scheinen
schärfer
siebenundsiebzig Sommer
schon,
Sterne strahlen sechs
Semester,
Studenten sind
sinnlos.
Sittenmäßig schuften,
saufen, schlafen,
schleichende Seriosität
Schulabschluss,
Sachen schaffen, Sinn
suchen, sinnlich streben
scheinbare Seelenruhe,
Sonnenschein, situationsbedingtes Streben.
Martin Vaher
2007/05/07
TEST: Was für ein Flirttyp bist du?
Immer wieder ein spannendes Thema, der Frühling ist sicherlich jedes Jahr von neuem ein Anlass, dem nachzugehen. Und auch jedes Medium – ob print oder online - das was auf sich hält, befasst sich früher oder später mit dem, was viele von uns beschäftigen mag: dem menschlichen Flirtverhalten.
Der Sieger eines Wettbewerbs „Wer schreibt den witzigsten Flirttest unter Verwendung möglichst vieler deutscher Redewendungen?“ soll auch den Leserinnen und Lesern des Germaphonblogs nicht vorenthalten werden...
Was für ein Flirttyp bist du?
Ein Test für Männer
Lieber Mann!
Kreuze bitte bei den folgenden Fragen jeweils die Antwort an, die am ehesten auf dich zutrifft.
1. Eine Frau, die du sehr magst, fängt an mit dir zu flirten. Du bist in einer festen Beziehung. Wie benimmst du dich?
a) Ich lehne jedens Flirt gleich ab, weil ich meine Freundin nicht verletzen will. (1 Punkt)
b) Ich spiele mit, weil ich wissen will, ob sie nach meiner Pfeife tantzen wird. (3 Punkte)
c) Ich deute ihr an, dass ich im Moment in fester Beziehung bin, aber frage trotzdem nach ihrer Telefonnummer. (Wer weiβ, wann meine Freundin den Ton angibt?) (2 Punkte)
2. In einem mit sehr vielen Menschen gefüllten Bus siehst du eine Sexbombe. Sie steht in dem anderen Ende des Busses. Was machst du?
a) Ich drängle mich durch die Menge zu ihr und stelle mich ihr vor. (3 Punkte)
b) Ich sehe sie lächelnd an und hoffe, dass sie mich bemerkt. (2 Punkte)
c) Ich schaue durch das Fenster aus und bemühe mich, darum sie nicht mehr zu sehen, denn ich will ihr nicht auf die Nervfen gehen. (1 Punkt)
3. Welche von den folgenden Anmachsprüchen würdest du am liebsten verwenden, wenn du auf einer Party eine wohlgeformte Frau treffen würdest?
a) Sind wir uns irgendwo schon mal begegnet? (2 Punkte)
b) Du hast so schönes Haar. Gebrauchst du „Schauma“? (3 Punkte)
c) Hallo! Wie geht es deiner Oma? (1 Punkt)
4. Du sitzt in der Sauna. Ganz unerwartet setzt sich eine schöne voll nackte Frau neben dir. Wie verhältst du dich?
a) Ich schäme mich, wickele mich schnell in ein Handtuch und empfehle ihr, das Selbe dasselbe zu machen. (1 Punkt)
b) Ich fange an, mit ihr zu flirten und lade ihr sie zu einem Kaffee am nächsten Tag ein. (2 Punkte)
c) Ich küsse sie und frage sie, ob sie am an Sex interessiert ist. Warum sollte ich mit dem Flirten Zeit vergeuden? (3 Punkte)
5. Eine Frau von vollkommener Form kommt dir zu und stellt sich dir vor. Worüber unterhältst du dich mit ihr zuerst?
a) Über Hausarbeiten.
z. B. Du fragst sie: „Magst du Geschirrabwaschen?“ (3 Punkte)
b) Über das Wetter.
z.B. „Heute ist sehr schön Wetter...“ (2 Punkte)
c) Über Ufo-s.
z.B. „Vor vier Monaten sind auf meinem Dach Ufo-s gelandet und wir haben viel Spaβ gehabt. Nun haben sie mich leider aus dem Auge verloren...“ (1 Punkt)
Zähle zusammen, wie viele Punkte du für die Antworten bekommen hast. Hast du 5-7 Punkte, bist du Typ A. 8-12 Punkte gleicht Typ B und 13-15 Punkte bedeutet, dass du Typ C bist.
Typ A
Du hast etwas ganz Anderes in deinem Kopf als Flirten. Die Farauen spielen die zweite Geige in deinem Leben. Du interessierst dich lieber für dasem Geheimnis von Weltraum als für dasas Flirten. Wenn du aber einmal irgnendwie doch eine Frau kriegst, dann halte sie mit zehn Fingern fest.. Tipp für dich: sei nicht so verschlossen. Zeige deine Emotionen, ohne dabei zu schwülstig zu sein!
Typ B
Du bist fast wie ein echter Mann, ein Gentleman, ein bisschen altmodisch. Meistens kriegst du, was du willst. Die Frauen tanzen nach deiner Pfeife. Du solltest aber vorsichtig sein, denn wenn du alles immer durch eine rosarote Brille siehst, kannst du jemanden aus dem Augen verlieren. Manche Frauen wollen die ganze Aufmerksamkeit haben und können nicht leiden, dass eine andere Fraru aufs ins Spiel kommt. Sonst aber weiβt du, was die Frauen wollen und kennst die Regeln des von Flirtens.
Typ C
Nicht du lässt dich aussuchen- du suchst selbst aus. Du gehst eher praktisch vor, aber manchmal benimmst du dich ganz arrogant, auch beim Flirten. Du hast keine Angst eine direkte Frage zu stellen. Übertreibst du nicht mit der Aufrichtigkeit? Sollstest du sie wirklich fragen, ob sie „Schauma“ gebraucht oder Geschirrabwaschen mag?
AutorInnen: Heilika Leinus, Maria Saks
Liebesgeschichten
Ein Experiment. Viele Fragen. Mehrere Lösungen.
Was haben Verben wie “durchlaufen”, “unterstellen” oder auch “übergehen” gemeinsam?
Richtig, liebe Leserin oder lieber Leser! Wenn es jetzt im Hirn klingelt und rattert, dann hast du gut aufgepasst im Unterricht: es handelt sich - was ihre Verwandlungskunst anbelangt - um Verben allerhöchster Güte. Immer verbunden mit der recht kniffligen Frage: Werden sie in ihrem Kontext in trennbaren oder untrennbaren Zustand verwendent.
Und was ist dann mit “umkommen” oder “übertreiben”? Gibt´s die auch zwei Mal? Nee, natürlich nicht. Aber das muss man wissen. Denn möglich ist scheinbar alles in diesem doch recht trockenen Bereich der Sprache - auch Grammatik genannt.
Fragen wir uns also lieber: Wie ist das mit uns Menschen? In welchem Zustand befinden sich unsere Seelen? Auch alles möglich? Trennung oder nicht Trennung? Oder vielleicht gerade wieder glücklich verliebt?
Eine Auswertung des Experiments erfolgt an dieser Stelle nicht, sondern nur individuell, unsystematisch, emotional und überhaupt ganz unwissenschaftlich… - jeder bilde sich selbst ein Urteil!
Pfützenromanze
Vor langer langer Zeit lebten in einer kleinen Pfütze zwei einsame Planktons namens Ruudi und Betty.
An einem regnerischen Tag langweilte Ruudi sich und schwebte durch die Pfütze, die schön nass und schleimig war. Da durchblitzte Ruudi die Idee, dass er dringend eine Freundin bräuchte. Er schaute sich in der Pfütze um und bemerkte auf einmal einen schönen Plankton, das Betty hieß.
Ruudi schwebte zu Betty und sie haben sich unterhalten. Die zwei verliebten sich und ihre Beziehung verlief traumhaft gut. Immer, wenn sie sich trafen, umarmten sie sich. Manchmal unterstellte Ruudi Betty, dass sie nicht treu ist, aber das war übertrieben. Zum Glück durchlebten sie die Phase und lebten fröhlich weiter.
Leider war ihr Glück nicht ewig. Bald merkten Ruudi und Betty, dass viele Kinder die Pfütze durchliefen und es immer weniger Wasser gab. Bald fing die Sonne an die Pfütze zu durchdringen und es blieb wahnsinnig wenig Wasser in die Pfütze. Ruudi überzeugte Betty , dass sie von dieser Pfütze wegschweben müssen, aber sie haben sich überschätzt und die Zeit verlief zu schnell… Die Sonne wurde immer wärmer und wärmer und die kleine Pfütze verschwand. Die zwei kleine Planktons haben es nicht überlebt…
Autoren: Liisa Ani, Helena Kaasik, Tõnu Martis
Verbotene Liebe
Diese Geschichte handelt von einem sehr gutaussehenden Mann, der mit nur einem Blick die Frauen von seiner Unwiderstehlichkeit überzeugen konnte. Er hat sich immer nach reichen und schönen Frauen umgeschaut. Er reiste um die Welt und wo immer er auch gewesen ist, hat er Leidenschaft in jeder Frau entzündet.
Aber jedes Mal, wenn er einer mit einem besonderen Eifer ihre Bedürfnisse befriedigt hatte, hat er in seinen Gedanken, mit seinem Blick, einen Mann umarmt. Obwohl er Frauen durchschaut hat, fand er ihr Benehmen übertrieben. Er verstand Frauen, jedoch blieben Männer für ihn ein Rätsel, das er lösen wollte. Das konnte er aber nicht, weil Liebe zwischen zwei Männer in der Gesellschaft ein Tabu war.
Die Pein wurde von Tag zu Tag größer, bis er daran zerbrochen ist. Er hat ein Brief geschrieben, den letzten in seinem Leben. Da stand:
"Ich habe viel durchgelebt und bin an einem Punkt gelandet, wo ich nicht mehr weitergehen oder zurückkehren kann. Ich habe in meinem Leben Liebe vortäuschen müssen, weil ich den einzigen, den ich geliebt habe, nicht lieben konnte. Ich WILL und KANN nicht mehr, wenn die Welt meine Liebe nicht akzeptieren kann."
AutorInnen: Maarja Petrova und Reet Rosenblatt
Liebesgeschichte
An einem schönen Tag spazierte der Teufel in einer Stadt auf der Erde herum. Er war so gut drauf, dass er die Straβenlampen umarmte und dabei nur einige umstieβ. Er hörte die Vögel singen und überstand dieses „furchtbare Pfeifen“ ohne umzukehren und zurück in die Hölle zu fliehen. Er schaute sich um und sah einige Jugendliche. Sie unterhieltn sich miteinander. „Gehen wir heute in die Disko?“ fragte einer von denen, ein junger Mann mit einer umgekehrten Mütze.
„Ja, natürlich,“ antwortete ein Freund von ihm. „Da können wir doch schöne Hasen jagen.“
Nun wollte auch der Teufel in die Disko, um zum ersten Mal in seinem Leben schönen Frauen zu begegnen. Doch gab es ein Problem. Der dumme Teufel hatte keine Ahnung, was eine Disko war. Deshalb ging er heim und las schnell ein Buch durch. Der Titel des Buches lautete „Unterhaltung auf der Erde“. Danach kaufte er sich ein silbernes Kostüm, das im Buch als die schickste Kleidung in der Disko beschrieben wurde. Das war zwar nicht das neuste Buch in der Hölle, aber das hatte der Teufel natürlich übersehen. Schlieβlich ging er in die Disko.
Da begegnete er einer alten Frau, die die zeitgemäβe Groβmutter vom Rotkäpchen war. Sie hatte sich umgezogen und trug einen rosa Minirock und eine kurze Bluse. Gleich fühlte der junge Teufel, dass er verliebt war. So was hatte er noch nie durchlebt. Davon war er ganz überzeugt. Er ging zur alten Frau und sagte: „Du bist ein schönes Mädchen.“
„Ich hab’ keine Zeit,“ antwortete sie. „Ich muss mich nach Rotkäpchen umschauen. Der böse Wolf hat sie bestimmt ins Bett gebracht. Sie kann zu einem Mann einfach nicht nein sagen.“
„Vielleicht darf ich dich mit mir in die Hölle bringen?“ fragte der Teufel. „Da können wir zusammen Spaβ haben.“
„Bist du wahnsinnig oder besoffen“ war die alte Frau erstaunt. „Mit dir komme ich sicherlich nicht mit.“
Der Teufel wollte sie noch umstimmen. „Ich unterhalte da ein Geschäft...“ began er schmeichlerisch.
„Hau ab!“ schrie die Groβmutter und stieβ ihn mit ihrem Spazierstock in den Bauch.
Es war dem Teufel noch nie widerfahren, dass ein sterblicher Mensch ihm widersprach. Er wurde böse und nahm de alte Frau mit sich in die Hölle, ohne zu fragen, ob sie das mochte oder nicht. Da sah sie sein prächtiges Heim und wollte nicht mehr weg von ihm. Er machte sie zu seiner Frau. Der Teufel hatte die alte Frau nicht überschätzt. Sie wurde die schrecklichste Fürstin der Hölle. Wenn sie sich begegneten, sagte die Frau oft zu ihrem Mann: „Ich hasse dich sehr.“ „Ich hasse dich auch,“ antwortete der Teufel und küsste sie, denn er durchschaute seine Frau. In Wirklichkeit liebte sie ihn. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute glücklich zusammen.
AutorInnen: Heilika Leinus, Sirje Vägi, Svetlana Ots
Rote Fantasie
Es ist Tag, der erste Januar 2011. Maria und ich sitzen auf einer Parkbank.Wir haben uns lange Zeit nicht gesehen, deshalb unterhalten wir uns äußerst leidenschaftlich und gut gelaunt. Auf einmal schaut Maria auf die Uhr und sagt: Es ist schon eine Minute nach eins. Das bedeutet also Abschied.
Dann drücken wir einander die Hand und umarmen uns. Wir kehren uns schon um, bereit wegzugehen. Im selben Augenblick fühle ich wie Maria und sie fühlt wie ich. Wir werden wie eine Person. Ich weiβ genau, was sie denkt und sie weiβ auch alles über mich.
Wir stehen im Park Rücken an Rücken und die Beine sind wie im Boden verankert. Wir können uns nicht bewegen. Die Ohren werden taub. Dumpfes Dröhnen. Über unseren Häuptern schwebt eine glitzernde und blinkende fliegende Untertasse. Vor uns stehen plötzlich zwei durchsichtige Männer. Jetzt werden wir von einem roten Strahl durchblitzt.Wir werden leicht und schon schweben wir in die Luft. Wir steigen in die flimmernde Untertasse ein,wobei wir uns überhaupt nicht dem Zog widersetzen können. Auf der glänzenden Flugmaschine steht „Rote Fantasie“.
Schon liegen wir auf irgendeinem heiβen Untersetzer. Rings um uns stehen viele Männer, ca. 1,50 Meter groß. Diese sind alle fast gleich groβ. Sie sind halb durchsichtig, deswegen sehen wir ihre Organe. Sie haben rote Haare und grüne Augen.
Überall surren verschiedene Apparate.Ein „Herr“ bohrt mit einem Bohrer in meinen beiden Ohren. Es tut aber gar nicht weh. Der andere zieht mir die Trommelfelle aus und tauscht diese gegen neue silberne Trommelfelle.
Der Maria legt man neue goldene Augen an. Uns beiden öffnet man auch das dritte Auge. Unter anderem bemerken wir mit welcher Achtsamkeit und Interesse die Fremdlinge unsere Herzen prüfen. Das versetzt uns aber beide in Erstaunen, denn wir begreifen nicht, was es dort so gründlich zu untersuchen gibt. Dann schaut einer von denen mir mit seinem grundlosen Blick tief in die Augen und sofort verstehe ich, wieso das Herz bei ihnen so eine wichtige Rolle spielt. Zwar haben die Wesen, die uns heilen, zwei Herzen: das eine auf der linken und das andere auf der rechten Seite. Mit dieser wortlosen Sprache gibt er mir Bescheid, warum wir auf der Erde nur ein Herz haben. Das ist so, weil wir nur eine Sonne haben. Für ihren Planeten dagegen gibt es zwei Sonnen, die den am Leben halten.Aus diesem Grunde haben sie dann auch zwei Herzen.
Als dieser sogenannte schmerzlose Schnitt zu Ende ist, spazieren wir auf ihrem Heimatplaneten umher. Darauf gibt`s alles, was ein irdischer Mensch sich vorstellen kann und noch viel mehr. Gras und Bäume, so wie auf der Erde. Hier sind Aufzüge, Fahrstühle, Roll- und Fahrtreppen. So brauchen sich die Fremdlinge beim gehen auf den Straβen nicht so viel zu bemühen. Die Bewohner dieses Planeten sind gut gebaut und sehen hübsch aus. Sie sind nicht kränklich oder krüppelhaft, denn sie essen nur das und genau so viel, wie der Computer angibt. Alles geht nach dem Programm. Wenn sie ein Kind wollen, dann müssen sie es sich einfach wünschen und ganz detailliert vorstellen. Die Fremdlinge sterben dann, wenn sie das selber wollen. Ihre Leichname werden in einer Sekunde zu Asche verwandelt. Nur die Körper verschwinden – Seele und Geist bestehen und suchen sich einen neuen Leib. Diese Auβerirdischen können weit und breit verreisen. Sie müssen sich vor den Geistesaugen nur eine passende Gegend beschwören und sofort sind sie da. Fürchterlich scheint bei dem Ganzen, dass sie fast überhaupt nicht ihre Miene ändern. Weder freuen sie sich, noch sind sie traurig, weder lachen, noch weinen sie. Aus einer Kiste nehmen wir für uns beide drei gelbe Tabletten: Diese sollen die Zeit vergehen lassen...
Nachdem wir die Tabletten heruntergeschluckt haben, sind wir schon wieder auf der Parkbank. Es ist irgendwie sehr komisch, wir können nicht zu uns kommen. Ich gucke auf die Uhr – es ist eine Minute nach eins… Unserer Meinung nach sind wir „dort“ mindestens zwei Stunden gewesen. Wir schauen uns um: Ganz viele Leute gehen an uns vorbei. Ich kann ihre Gedanken hören, ganz klar und deutlich. Maria kann ihre Zukunft sehen. Ich höre das Licht und die Farben und sie sieht Stimmen und Klänge. Wir schmecken den Wind und riechen, dass es bald schneien wird. Ja und zwei Stunden später sind die Straβen verschneit.
Autoren: Ivar Kalaus, Maria Saks