2008/12/13

Gottfried Wilhelm Leibniz-Preisträger 2009: Prof. Dr. Heinrich Detering

Neuere Deutsche und Nordische Literatur, Seminar für Deutsche Philologie der Universität Göttingen (2,5 Mio. Euro)

Mit Heinrich Detering erhält ein Geisteswissenschaftler den Leibniz-Preis, der weit über die Fachwelt hinaus die kulturgeschichtlichen Diskussionen der vergangenen Jahre bereicherte. Als Literaturwissenschaftler befasst sich Detering vor allem mit der deutschen und skandinavischen Literatur seit dem 18. Jahrhundert, in der er mit originellen Fragestellungen ebenso grundlegenden wie bislang unbeachteten Zusammenhängen nachspürt. So konnte er mit seiner scharfsinnigen und präzise Analyse der "literarischen Produktivität eines Tabus von Winckelmann bis Thomas Mann" zeigen, dass die Unterdrückung homoerotischer Veranlagungen zur Entwicklung subtiler Narrative führte und sich damit positiv auf die Kunst des Erzählens auswirkte. Als Mitherausgeber und Kommentator der Frankfurter Thomas-Mann-Werkausgabe machte er vor allem große Teile der Mann'schen Essays zugänglich. Sein breites Interesse zeigt Detering auch in Arbeiten über Nietzsche, Laotse und Bob Dylan. Mit den "Grundzügen der Literaturwissenschaft" gibt Detering eine Standardreihe heraus, die nicht nur von Studierenden der Germanistik gelesen wird, und auch als Literaturkritiker ist er einem breiteren Publikum bekannt. Auf allen Feldern hat er sich als ebenso wortmächtig wie textnah und leserfreundlich erwiesen.

Heinrich Detering studierte Deutsche und Skandinavische Philologie, Evangelische Theologie und Philosophie in Göttingen und Heidelberg. Nach der Promotion und Habilitation war er ab 1995 zunächst als Professor in Kiel tätig, seit 2005 ist er Professor für Neuere Deutsche und Vergleichende Literaturwissenschaft in Göttingen. Er hat mehrere Gastprofessuren in Dänemark, Norwegen und den USA wahrgenommen und ist Mitglied in zahlreichen wissenschaftlichen und literarischen Akademien und Gesellschaften.


Herzlichen Glückwunsch auch von der Redaktion!

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